Schulstreik 5.3.26 – Rede von see red!


Heute haben in Düsseldorf zwei Kundgebungen/Demonstrationen mit zusammen etwa 250 Teilnehmer:innen stattgefunden. Hier unser Redebeitrag:

In der Schule wird euch erzählt,
ihr lernt hier fürs Leben.
Ihr werdet zu mündigen Bürgerinnen:innen und Demokrat:innen.

Aber nur so lange,
bis der Staat Soldaten braucht.
Gehorsame Soldaten.
Um kriegstüchtig zu werden.

Statt eure Ängste ernst zunehmen
heißt es immer wieder:
Ihr seid faul.
Ihr seid verweichlicht.
Ihr seid egoistisch.

Nur weil ihr nicht im Schützengraben sterben wollt.

Man will euch einreden:
Das ist richtig so.
Ihr seid es diesem Staat schuldig.

Aber was hat dieser Staat jemals für euch getan?

Ein marodes Bildungssystem.
Das Verschwinden sozialer Freiräume.
Und eine Welt,
die kurz vor dem Klimakollaps steht.

Und dafür sollt ihr kämpfen?

Wohl kaum.

Während die Herrschenden hier noch versuchen,
ihre wahren Absichten zu verstecken
und große Reden über Freiheit und Demokratie halten,
gehen andere Länder skrupelloser vor.

Zum Beispiel die USA.

Dort wird offen gesagt,
wofür diese angeblich gerechten Kriege wirklich geführt werden.

Es geht um Gewinnmaximierung.

Das sehen wir auch direkt vor unserer Haustür.
Bei Rheinmetall.

Seit über hundert Jahren profitieren Rheinmetall
und seine Anteilseigner von Kriegen weltweit.
Und nicht nur das.
Sie gestalten diese Kriege aktiv mit.

Rheinmetall ist in den sogenannten Operationsplan Deutschland eingebunden.
Direkt in die Logistik der Bundeswehr.
Im Krisenfall übernimmt der Konzern Aufgaben wie Truppentransporte, Unterbringung und die Bereitstellung kritischer Infrastruktur.

Es geht um strategische Ressourcen.
Das sehen wir zum Beispiel in Venezuela.
Dort liegen die größten Schwerölvorkommen der Welt.
Darauf wollen die USA nicht verzichten.

Das können sie auch nicht.
Nicht bei einem ständig wachsenden Militär.
Nicht bei immer neuen Kriegen,
die nötig sind,
um die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten.

Es geht um die Aufrechterhaltung westlicher Hegemonie.
Egal ob bei Angriffen auf den Iran durch Israel und die USA.
Egal ob beim Genozid in Gaza.
Oder bei militärischen Interventionen
der letzten Jahrzehnte in Westasien und Südamerika.

Die Botschaft ist klar:
Andere Länder sollen westliche
und US-amerikanische Interessen vertreten.

Tun sie das nicht,
drohen Putschversuche
oder offener Krieg.

Dabei zeigt sich deutlich:
Es geht nicht um die Befreiung von Zivilbevölkerungen.
Es geht um strategische Verbündete.

Solange die Herrschenden dem Westen hörig sind,
werden Menschenrechte nicht so genau genommen.

Dann macht man auch mal den Weg frei
für Diplomaten der Taliban in Berlin oder Bonn.
So wie letztes Jahr. Oder man verbessert – wie Friedrich Merz –
die Beziehungen zu Katar und Saudi-Arabien.

Was sind schon tote Sklaven
Was sind schon geköpfte Frauen?

Hauptsache,
der Wirtschaftsstandort Deutschland wird gestärkt.
Wie offen das alles ist,

zeigt ein Zitat des US-Kriegsministers Pete Hegseth
nach dem Angriff auf den Iran:

Keine dummen Einsatzregeln.
Kein Nationenbau.
Kein Demokratieaufbau.
Keine politisch korrekten Kriege.

Krieg ist kein tragisches,
unvermeidliches Nebenprodukt eines sonst friedlichen Kapitalismus.

Und es sind auch nicht einzelne Politiker
wie Merz, Trump oder Netanyahu,
die besonders kriegslüstern sind.

Solange der Kapitalismus herrscht,
herrscht Krieg.

Egal,
wer in Berlin regiert.
Egal,
welche Partei den Kanzler stellt.

Deshalb muss Antimilitarismus
auch antikapitalistisch sein.

Denn Krieg beginnt nicht erst an der Front.
Krieg beginnt hier.
Auch hier in Düsseldorf.
Bei denen,
die an diesen Kriegen verdienen.

Darum schließt euch der Demo am 24.3.
gegen die Kriegswaffenmesse in Düsseldorf an.

Rheinmetall ist dort Hauptaussteller.
Sie suchen neue Vertragspartner.
Und pflegen ihre Kontakte
in Politik und Gesellschaft.

Das dürfen wir nicht unbeantwortet lassen.

Militärische Akteure
dürfen es sich nicht in der Zivilgesellschaft gemütlich machen.

Kommt auch im Herbst mit uns
zum Rheinmetall-entwaffnen-Camp
in der ersten Septemberwoche in Köln.

Und zwei Wochen später
zum NATO-Manöver in Hamburg.

Lasst uns Sand im Getriebe
der Kriegsmaschinerie sein.

Gemeinsam organisieren wir den Widerstand!

see red! Düsseldorf