Stimmt gegen Olympia!

Diese Woche endet der Bürgerentscheid zu Olympia. Bis zum 19.4.26 haben Düsseldorferinnen und Düsseldorfer noch Zeit, um ihre Stimme entweder für oder gegen eine Beteiligung von Düsseldorf an den Olympischen Spielen abzugeben.
Während die Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Stephan Keller keine Möglichkeit auslassen, um für das Megaevent zu werben, mangelt es an einer neutralen oder gar kritischen Auseinandersetzung. Denn was bedeutet es konkret für die Bewohner:innen dieser Stadt? Milliarden an Kosten für ein weiteres Prestigeprojekt, während Geld an allen Ecken und Enden eingespart werden soll. Mit knapp 5 Milliarden rechnet NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst – für ein Event, nach dem wirklich niemand gefragt hat.

Anstatt Wohnungsnot zu bekämpfen, soziale Initiativen zu fördern oder das Geld in Bildung zu stecken, soll sich Düsseldorf bei der Olympiade von seiner „besten“ Seite präsentieren. Abgesehen davon, dass Expert:innen prognostizieren, dass die Kosten deutlich über 5 Milliarden liegen werden, gibt es keine verbindliche Zusage für eine Kostenübernahme durch den Bund: Die Spiele sollen sich angeblich zu großen Teilen selbst finanzieren. Ministerpräsident Wüst glaubt fest daran, nimmt das Risiko in Kauf; er sei schließlich überzeugt von der „Olympischen Idee“.

Dabei sollten wir als Bewohner:innen uns fragen: Worin liegt denn das Risiko, das Wüst „trägt“, und wird dieses Risiko nicht viel eher von den Kommunen und vor allem von den Menschen getragen, die in den Kommunen leben? Wir zahlen für deren Prestigeprojekte!
Doch nicht nur Geld ist ein Faktor, warum wir uns deutlich gegen die Olympischen Spiele positionieren. In der Vergangenheit zeigte sich, was Olympia in einer Stadt für die Menschen bedeutet. So wurden in Paris obdachlose Menschen zusammengeschart und für die Dauer der Spiele in die Randbezirke gebracht. Mieten sind über das übliche Maß hinaus gestiegen und Student:innen aus den Wohnheimen verdrängt worden.

Ist das die „Olympische Idee“, an die Wüst denkt, wenn er vor dem Internationalen Olympischen Komitee auf den Knien rutscht?
Deshalb sagen wir NEIN: Nein zur Vertreibung von Obdachlosen, nein zu Milliarden für ein weiteres Prestigeprojekt, nein zu steigenden Mieten.

Sag auch du NEIN zu Olympia!

Weitere Punkte für NOlympia:

  1. Sicherheitsapparat & Ausnahmezustand
    Bei Olympischen Spielen wird regelmäßig ein massiver Sicherheitsapparat aufgebaut. Tausende zusätzliche Polizist:innen, private Sicherheitsdienste und Militär.
    Die Einrichtung von Sicherheitszonen, in denen Grundrechte eingeschränkt werden, Demoverbotszonen rund um Wettkampfstätten und Infrastruktur und der Ausbau von Überwachung im öffentl. Raum.
    Beispiel: Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 wurden große Teile der Stadt zu Hochsicherheitszonen erklärt. Bewegungsfreiheit war teilweise nur mit QR-Codes möglich.
  2. Repression gegen Protest
    Olympische Spiele gehen fast immer mit eingeschränkter Protestkultur einher: Aktivist:innen werden verdrängt oder kriminalisiert, Proteste werden räumlich weit weg verlagert und Kritik wird als „imageschädigend“ dargestellt.
    Das IOC verlangt de facto „saubere“ Spiele, also möglichst wenig sichtbare Kritik.
  3. Gentrifizierung & langfristige Verdrängung
    Großprojekte treiben Grundstückspreise und Mieten hoch, Investitionen konzentrieren sich auf ohnehin privilegierte Stadtteile.
    Der geplante Neubau des Opernhauses in Düsseldorf verschlingt Milliarden. Geld, das angeblich fehlt, wenn es um bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur oder Jugendarbeit geht, ist plötzlich da, wenn es um Repräsentation und Prestige-Events geht.
  4. Ökologische Folgen
    Enorme CO₂-Emissionen durch Bauen, Reisen, Infrastruktur, dazu Flächenversiegelung und Greenwashing durch „nachhaltige Spiele“-Versprechen.
    Beispiel: Das geplante Olympische Dorf und ein geplanter Stadion-Neubau in Köln-Kreuzfeld: Dort sollen zentrale Infrastrukturprojekte für die Spiele entstehen, auf bisher unbebauten Flächen. Umweltverbände kritisieren, dass hier landwirtschaftliche Flächen und eine wichtige Kaltluftschneise zerstört werden könnten. Diese Flächen sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch entscheidend für das Stadtklima.
  5. Demokratische Legitimation fraglich
    Der Bürgerentscheid findet unter großem Einfluss von Politik & PR statt, mit einseitigen Informationskampagnen und ohne echten Diskurs mit der Bevölkerung.
  6. Defizite werden sozialisiert & Gewinne privatisiert
    Während das Internationale Olympische Komitee und globale Sponsoren Milliarden durch Medienrechte und Werbung einnehmen, tragen Städte und Bevölkerung die Kosten.
    Studien zeigen, dass Olympische Spiele im Schnitt um über 170 % teurer werden als geplant. Die Rechnung zahlen am Ende nicht die Unternehmen oder das IOC, sondern die öffentliche Hand.
    Beispiel:
    Ursprünglich wurden für Olympia 2024 deutlich geringere öffentliche Ausgaben erwartet, am Ende lagen die Kosten bei rund 6 bis 6,6 Milliarden Euro aus Steuergeldern. Der wirtschaftliche Nutzen wurde laut Rechnungshof als „bescheiden“ bewertet.
    Die Spiele 1976 hinterließen einen riesigen Schuldenberg, den die Stadt Montreal erst nach rund 30 Jahren abbezahlen konnte. Während Einnahmen aus dem Event längst abgeschöpft waren, blieb die finanzielle Last über Jahrzehnte bei der Bevölkerung hängen.

see red! Düsseldorf