Nach verschiedenen Angaben beteiligten sich mehr als 10.000 Menschen an den Aktionen, die von Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ), Garath tolerant und Düsseldorfer Appell organisiert wurden. An der AfD-Veranstaltung beteiligten sich etwa 350 Menschen, davon die wenigsten aus Garath. Mehrerer Hundertschaften der Polizei aus ganz NRW ermöglichten das rechte Treffen.
Zur Rolle der CDU-GRÜNEN-Stadtregierung im Vorfeld haben wir hier bereits etwas geschrieben. Die Polizei Düsseldorf agierte im Vorfeld protestfeindlich, so verschleppte sie trotzt zahlreicher Nachfragen das Anmeldeverfahren und erschwerte den Rechtsweg gegen ihre Auflagen, die sie den Anmelder:innen erst am Freitagnachmittag zustellte. Ob diese Polizeitaktik bereits Ausdruck der fortschreitenden Unterwanderung durch AfD-Mitglieder ist oder noch zum „normalen“ Vorgehen des bürgerlichen Staates gegen links gehört, ist zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig zu klären.
Erfreulich ist, dass es gestern zu einer ganzen Reihe von Blockadeaktionen kam, die zur Verzögerung der AfD-Veranstaltung beitrugen. Ebenfalls erfreulich ist, dass sich eine neue Generation von Aktivist:innen in die Planung und Durchführung von Aktionen eingebracht hat – ihnen gehört die Zukunft! Und bemerkenswert ist, wie viele Demonstrationsteilnehmer:innen sich an Blockadeaktionen beteiligt haben, darunter Aktivist:innen der SJD-Falken, der Grünen Jugend, aus christlichen Kreisen, aus Gewerkschaften, aus der LINKEN, der SPD und vielen anderen Gruppen.
Wir ziehen aus diesem Mobilisierungserfolg und der Handlungsbereitschaft von Hunderten und Tausenden die Schlussfolgerung, dass es uns bei zukünftigen Ereignissen und bei Optimierung unseres Vorgehens gelingen wird, wirkungsvoller als gestern zu sein. Die Polizei hatte gestern starke Kräfte (Hundertschaften, Wasserwerfer, Hubschrauber, Drohnen) zur Verfügung, was ihr ermöglichte, die AfD-Kundgebungsteilnehmer sowohl im Bereich der S-Bahn als auch im Bereich der Fußgängerbrücke auf der Frankfurter Straße in ihr Tagungslokal zu eskortieren. Höcke selbst wurde in polizeiflankierten Limousinen aus nördlicher Richtung über die Frankfurter Straße auf den abgesperrten Parkplatz an der Freizeitstätte Garath gebracht.
Um das zu verhindern, wäre es nötig gewesen, die bestehenden Blockaden zu verstärken und um weitere zu ergänzen. Dafür sind zwei Elemente nötig, die wir gemeinsam aufbauen bzw ausbauen müssen: Erstens mehr Aktions-Gruppen von handlungsbereiten Aktivist:innen, die sich bereits im Vorfeld treffen und mit anderen vernetzen. Und zweitens die Fähigkeit, während der Aktion an die nicht bereits in Aktions-Gruppen eingebundenen Menschen mit Informationen und Handlungsempfehlungen heranzutreten.
Wir werden in der nächsten Zeit in diesem Sinne arbeiten und freuen uns über Menschen, die das ähnlich sehen und entsprechend aktiv werden. Nehmt auch gerne mit uns Kontakt auf, zusammen werden wir klüger und stärker.
Unsere solidarischen Grüße gehen vor allem an die Aktivist:innen, die gestern von der Polizei verletzt wurden – wir wissen von Brüchen durch Schläge und Tritte sowie von Pfefferspray. Im Kampf gegen die Faschisten und die Rechtsentwicklung steht der bürgerliche in den meisten Fällen auf der anderen Seite der Barrikade… Es wird ihnen alles nicht nützen.
Den Widerstand organisieren!

